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Digitaler Nachlass: So regelst du deine Online-Konten

E-Mail-Postfach, Cloud-Fotos, Online-Banking, Abos, Social Media: Ein großer Teil unseres Lebens liegt in Konten, die ohne Zugang niemand öffnen kann. Mit dieser Checkliste sorgst du dafür, dass deine Familie im Ernstfall weiterkommt – ohne dass Passwörter offen herumliegen.

Gut zu wissen: Der Bundesgerichtshof hat 2018 entschieden, dass Erben grundsätzlich auch in Nutzerkonten wie ein Facebook-Konto eintreten (Urteil vom 12. Juli 2018, III ZR 183/17). Praktisch hilft das aber nur, wenn die Familie weiß, welche Konten es gibt.

Checkliste: Digitalen Nachlass regeln in 6 Schritten

  1. Konten auflisten: E-Mail, Cloud, Banking und Zahlungsdienste, Shopping, Abos und Streaming, Social Media, Messenger, Verträge mit Online-Kundenkonto. Nur Dienst und Benutzername – keine Passwörter.
  2. Passwort-Manager mit Notfallzugang: Viele Passwort-Manager bieten einen Notfall- oder Erbenzugang. Richte ihn ein und notiere auf deinem Notfallblatt nur, wo deine Vertrauensperson die Anleitung findet.
  3. Nachlasskontakte bei den großen Diensten: Apple bietet einen „Nachlasskontakt“, Google den „Kontoinaktivität-Manager“, Facebook einen Nachlasskontakt für den Gedenkzustand. Ein paar Minuten Einrichtung ersparen den Angehörigen viel Aufwand.
  4. Wünsche festhalten: Soll ein Konto gelöscht, in den Gedenkzustand versetzt oder weitergeführt werden? Was passiert mit Fotos und Dokumenten in der Cloud?
  5. Vollmacht klären: Damit eine Vertrauensperson in deinem Namen handeln darf, braucht es eine passende Vollmacht. Ob sie auch über den Tod hinaus gelten soll, solltest du bei der Formulierung bedenken – lass dich dazu bei Bedarf beraten.
  6. Einmal im Jahr aktualisieren: Neue Konten kommen schnell dazu, alte werden vergessen.

Was nicht in die Liste gehört

Die Liste ist ein Wegweiser, kein Tresor. Sie zeigt, was es gibt und wo der Zugang hinterlegt ist.

Teil des Notfallordners

Der digitale Nachlass ist ein Baustein deines Notfallordners. Wenn dir die Liste zu groß wird, beginne mit den drei wichtigsten Konten: E-Mail (darüber lassen sich viele andere Zugänge zurücksetzen), Online-Banking und die Cloud mit deinen Fotos.

Häufige Fragen

Was gehört zum digitalen Nachlass?

Alle Online-Konten und digitalen Daten: E-Mail, Cloud-Speicher, Online-Banking und Zahlungsdienste, Abos, Social Media, Messenger, Kundenkonten sowie Fotos und Dokumente auf Geräten.

Sollte ich meine Passwörter für den Todesfall aufschreiben?

Nicht im Klartext. Sicherer ist ein Passwort-Manager mit Notfallzugang. Auf dem Notfallblatt steht dann nur, wo die Anleitung für den Zugang liegt.

Können Erben auf Online-Konten zugreifen?

Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2018 treten Erben grundsätzlich in Nutzerverträge ein. Praktisch brauchen sie aber eine Übersicht der Konten und oft Nachweise wie Sterbeurkunde und Erbschein. Viele Dienste bieten zusätzlich eigene Nachlasskontakte an.

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Stand: Oktober 2026 · Von Christian Maaß · Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.

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